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DevĂn
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DevĂn (deutsch Theben, ungarisch DĂ©vĂ©ny) ist ein Stadtteil der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Pressburg), der sich unterhalb der Burg DevĂn (Burg Theben) bei der MĂĽndung der March in die Donau befindet und bis 1946 eine selbstständige Gemeinde war.
Dieser Stadtteil liegt im SĂĽdwesten Pressburgs an der Grenze zwischen Ă–sterreich und der Slowakei, in der Thebener Pforte. Im Flusslauf der March (Morava) grenzt er an die niederösterreichischen Gemeinde Engelhartstetten im Bezirk Gänserndorf und im Verlauf der Donau an die ebenfalls niederösterreichische Stadt Hainburg an der Donau und die Gemeinde Wolfsthal im Bezirk Bruck an der Leitha. GrenzĂĽbergänge von dort nach DevĂn gibt es jedoch keine. Innerhalb der Slowakei grenzt DevĂn an die Stadtteile DevĂnska Nová Ves im Norden, DĂşbravka im Nordosten und Karlova Ves im Osten.
Contents
• Geschichte
• Bevölkerung
• Einzelnachweise
• Weblinks
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Geschichte
Die Geschichte des Ortes ist mit jener der Burg untrennbar verbunden, es wurde aber 1237 auch als „villa Thebbyn“ erwähnt. Die Stadtrechte wurden Theben im Jahr 1568 durch den König von Ungarn bestätigt. Viele Jahrhunderte lang, bis 1918, markierte die Burg und die darunter liegenden Felsen die westliche Grenze Ungarns, die 1526–1918 eine Binnengrenze der Habsburgermonarchie war. Im 16. Jahrhundert siedelten sich in der Kleinstadt zahlreiche Kroaten an.
Am 20. Oktober 1938 wurden Theben und seine Umgebung im Zuge der Durchführung des Münchner Abkommens wegen seiner deutschsprachigen Bevölkerungsmehrheit dem Deutschen Reich, Reichsgau Niederdonau/Niederösterreich eingegliedert. Eine geografische Besonderheit lag darin, dass das Gebiet von Theben mit dem Reich keine direkte Landverbindung hatte, da über den Grenzfluss March (wie bis heute) keine Brücke bestand. Die Verkehrsanbindung wurde durch eine vier Mal täglich verkehrende, exterritoriale Autobuslinie hergestellt, die die Deutsche Reichsbahn zwischen Theben und Engerau/Donaubrücke (mit Anschlüssen Richtung Wien) betrieb.cite-ref-3[3]
Die deutschsprachige Bevölkerung wurde 1945 vor der heranrĂĽckenden Roten Armee zur Gänze nach Westen evakuiert, DevĂn ab April 1945 in die wieder erstandene Tschechoslowakei eingegliedert. Wegen der Grenznähe und erhöhter Fluchtgefahr hatten nach 1948 hier nur ausgewählte BĂĽrger Wohnrecht. Die Bevölkerungszahl sank seitdem sukzessive immer weiter: 1991 hatte DevĂn nur noch 779 Einwohner. Stärker bevölkert ist der Nachbarort DevĂnska Nová Ves (Theben-Neudorf), der 1972 ebenfalls nach Bratislava (Pressburg) eingemeindet wurde.
Nach dem Ort ist die sogenannte Thebener Pforte benannt, an der die Donau, vom niederösterreichischen Marchfeld kommend, in die Ungarische Tiefebene eintritt. Diese Engstelle ist durch den Thebener Kogel (DevĂnska Kobyla, 515 m) nördlich und den Braunsberg (346 m) bei Hainburg sĂĽdlich der Donau definiert. Der Ort wird oft von Donauhochwasser in Mitleidenschaft gezogen, so zum Beispiel bei der Jahrhundertflut von 2002.
DevĂn befindet sich seit 2005 unter Zwangsverwaltung, nachdem ein Bauprojekt in der Regie des Stadtteils in den 1990er Jahren durch Planungsfehler und immer wachsende Kredite fehlschlug. 2021 betrugen die nicht getilgten Schulden mehr als 12 Millionen Euro, die den Stadtteilhaushalt um mehr als das Vierzehnfache ĂĽberschreiten. Jedes Jahr steigt die Schuldsumme um etwa 350.000 Euro. Eine Lösung wurde bisher nicht vorgestellt.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5]
Bevölkerung
| Jahr | 1994 | 2004 | 2014 | 2024 |
|---|---|---|---|---|
| Anzahl der Personen | 725 | 982 | 1237 | 2124 |
| Unterschied | | +35,44 % | +25,96 % | +71,70 % |
| Jahr | 2023 | 2024 |
|---|---|---|
| Anzahl der Personen | 2071 | 2124 |
| Unterschied | | +2,55 % |
534 Einwohner bekannten sich zur römisch-katholischen Kirche, 51 Einwohner zur Evangelischen Kirche A.B., sechs Einwohner zur orthodoxen Kirche, jeweils fünf Einwohner zu den christlichen Gemeinden und zur griechisch-katholischen Kirche, vier Einwohner zur evangelisch-methodistischen Kirche und zur reformierten Kirche sowie jeweils ein Einwohner zur Bahai-Religion, zu den Baptisten, zu den Brethren, zur apostolischen Kirche, zur jüdischen Gemeinde und zur tschechoslowakischen hussitischen Kirche. 19 Einwohner bekannten sich zu einer anderen Konfession, 379 Einwohner waren konfessionslos und bei 83 Einwohnern wurde die Konfession nicht ermittelt.cite-ref-7[7]
SehenswĂĽrdigkeiten
An der StraĂźe nach DevĂnska Nová Ves befindet sich am FuĂź der Burg in einem kleinen Steinbruch ein Geologisches Freilichtmuseum, wo man die verschiedenen geologischen Formationen der Erdgeschichte, beispielsweise den Meerespegel im Tertiär, sehen kann.cite-ref-8[8]
Ein Denkmal fĂĽr die Fluchtopfer Tor der Freiheit (Brana slobody) steht am Marchufer. Viele Fluchtwillige wurden in der Zeit des Eisernen Vorhanges an diesem Donauabschnitt auf der Flucht von Grenzsoldaten der Tschechoslowakei erschossen. Eine erfolgreiche Flucht gelang trotz Schussverletzung z. B. dem Tierfilmer Andreas Kieling 1976.cite-ref-9[9]
Persönlichkeiten
Einzelnachweise
cite-note-11. Hustota obyvateľstva - obce [om7014rr_obc=AREAS_SK, v_om7014rr_ukaz=Rozloha (Štvorcový meter)]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2025, abgerufen am 31. März 2025 (slowakisch).
cite-note-22. Počet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2025, abgerufen am 31. März 2025 (slowakisch).
cite-note-33. ↑ Kursbuch der Deutschen Reichsbahn 1941, Fahrplan Nr. 1463 t.
cite-note-44. ↑ Obyvatelia DevĂna spustili petĂciu za oddlĹľenie mestskej ÄŤasti In: teraz.sk vom 11. Oktober 2021, abgerufen am 28. November 2021.
cite-note-55. ↑ DevĂn je v nĂştenej správe uĹľ dvanásĹĄ rokov IN: sme.sk vom 24. Januar 2017, abgerufen am 28. November 2021.
cite-note-sk-pop-63. Počet obyvateľov podľa pohlavia - obce (ročne) [om7101rr_obce=AREAS_SK]. Statistical Office of the Slovak Republic, 31. März 2025, abgerufen am 31. März 2025 (slowakisch).
cite-note-77. ↑ Ergebnisse der Volkszählung 2011. Abgerufen am 28. November 2021 (slowakisch).
cite-note-88. ↑ Geologisches Freilichtmuseum in DevĂn. Regionalverband March-Thaya-Auen, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂĽgbar) am 12. September 2016; abgerufen am 21. Juni 2017. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂĽft. Bitte prĂĽfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.marchthayaauen.at
cite-note-99. ↑ FOCUS Online: Angeschossen in der Donau. Abgerufen am 1. November 2020.
Weblinks